Die betriebliche oder duale Ausbildung ist die wichtigste Säule des deutschen Bildungssystems und auf der ganzen Welt hoch angesehen. Unter „dual“ versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Den praktischen Teil der Ausbildung bekommst du im Unternehmen vermittelt, in der Berufsschule lernst du die dazugehörige Theorie. Das Berufsbildungsgesetz garantiert, dass deine duale Ausbildung überall in Deutschland gleich viel wert ist.

Voraussetzung für eine duale Ausbildung ist ein Ausbildungsvertrag, den du mit einem Ausbildungsbetrieb abschließt. Die zu besuchende Berufsschule ist abhängig vom Ort bzw. von der regionalen Zugehörigkeit deines ausgewählten Betriebes.

Vorteil 1:

Wesentlichster Unterschied zu Studium und Schule ist das Lernen an realen Aufgaben statt an hypothetischen oder theoretischen Szenarien. Du lernst im Unternehmen ganz praktisch die Tätigkeiten deiner Ausbildung und bekommst parallel dazu an der Schule das benötigte Fachwissen vermittelt. Somit wird das lernen nie langweilig, weil du es immer direkt im Unternehmen anwenden kannst.

Vorteil 2:

Du bekommst vom ersten Tag an eine Ausbildungsvergütung. Diese hängt vom Ausbildungsberuf ab und liegt derzeit im Schnitt bei etwa 730 Euro.

Vorteil 3:

Die meisten Unternehmen bilden aus, damit Sie dich später als Fachkraft weiterbeschäftigen können. Die Übernahmequote liegt derzeit bei etwa 80%.

Vorteil 4:

Eine duale Ausbildung kann der erste Schritt in deine Karriere sein. Denn deine Ausbildung bildet die Basis für viele Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum Studium.

Deine Ausbildungszeit beträgt – je nach Beruf – zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Je nach schulischen Vorkenntnissen kannst du deine Ausbildungszeit verkürzen und vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden.

Die Ausbildung in den Betrieben findet häufig an drei bis vier Tagen pro Woche statt, an ein bis zwei Tagen pro Woche gehst du in die Berufsschule. Alternativ kann aber auch ein Blockunterricht durchgeführt werden. Das bedeutet, dass du für mehrere Wochen am Stück vollständig nur in der Schule bist.

Während deiner Ausbildung ist eine Zwischenprüfung oder der erste Teil deiner Abschlussprüfung abzulegen. Diese findet etwa in der Mitte der Ausbildung statt. Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung an. Die schriftlichen Prüfungen werden an deiner Berufsschule durchgeführt, die praktischen und/oder mündlichen Prüfungsteile vor einem Prüfungsausschuss.

Zu einigen Berufen werden sogenannte Zusatzqualifikationen angeboten. Ein Teil deiner Schulfächer werden durch andere Fächer ersetzt und du legst am Ende deiner Ausbildungszeit eine weitere Prüfung ab.

Mit bestandener Prüfung bekommst du drei Zeugnisse:

  • Zeugnis des Ausbildungsbetriebes
  • Berufsschulzeugnis
  • Abschlusszeugnis / Gesellen- oder Facharbeiterbrief

Solltest du die Abschlussprüfung nicht bestehen, kannst du die Prüfung wiederholen, wenn du das möchtest. Dein Betrieb muss dich dann – auf deinen Wunsch hin – weiter beschäftigen. Die Verlängerung geht bis zum nächsten Prüfungstermin, maximal aber um ein Jahr.